Zusammen ist man weniger allein?

by Elisa
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Bist Du jemand, der offen über Probleme spricht? Der es so macht, wie Dir Psychologen und andere, in diesem Bereich Beschäftigte, vorgeben? Man muss sich das, was einen belastet, von der Seele reden. Man kann nicht immer alles mit sich selbst ausmachen. Probleme lösen sich nicht von selbst…. Ja, ich liebe diesen Sätze… Denn ich brauche mal wieder eine Extra(tofu)wurst; beharre auf meinem Anders-Sein. Meine, ich wäre was Besseres und müsste mich nicht von anderen beraten lassen. Würde alles immer selbst schaffen. Und was soll ich sagen? Genau so ist es! (Bis auf den Umstand, dass ich wirklich nicht denke, etwas Besseres zu sein, ich bin ich und bin froh drüber) Wenn Du auch jemand bist, der sich besser dabei fühlt, Dinge mit sich selbst auszumachen, ist dieser Beitrag für Dich. Ich möchte Dir erzählen, dass Du damit nicht allein bist. Und vor allem, dass dieser Weg genau so ein richtiger sein kann, wie der, offen über Belastendes zu sprechen.

Ich bin immer eine Einzelgängerin gewesen. Ich habe nie gelernt, meine Angelegenheiten erst mit anderen zu diskutieren oder mich auszutauschen, um für mich die richtige Lösung zu finden. Denn ich kenne mich und im Austausch mit mir selbst habe ich schon immer die richtige Lösung gefunden. Egal, wie viele Steine mir in den Weg gelegt wurden, ich habe sie feinst säuberlich zur Seite gehievt und wenn das nicht funktioniert hat, kam eben der Meisel zum Einsatz. Ein Hilfsmittel, ja, aber wenigstens keines, das einem erzählt, wie man es doch besser hätte machen sollen. Bis ich 11 Jahre alt war, lebte ich als Einzelkind und das ziemlich glücklich. Stundenlanges Puzzeln und Hörspielkassetten in meinem Zimmer und das Lesen habe ich mir klammheimlich selbst beigebracht, was meine Mama damals einigermaßen erstaunt zurückließ. Dann kam meine Schwester zur Welt und ich habe sie überall mit hingeschleppt. Gewickelt, ihr vorgelesen, Fotos geschossen, sie ins Bett gebracht, meine Mama musste quasi um Erlaubnis fragen, wenn sie auch mal Mama sein wollte. Was daran deutlich werden soll: Ich war immer schon sehr selbstständig. Was ich mir in den Kopf gesetzt hatte, habe ich auch durchgezogen und das ist heute noch so. So ängstlich ich manchmal in meinem Leben war und bin, am Ende hat sich immer gezeigt, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann. Egal wer in meinem Leben kam und ging, ich bin immer da geblieben. Während überall von Selbstliebe geredet wird, habe ich sie gelebt, auch wenn ich es jetzt erst langsam merke. Und wenn ich auf Probleme gestoßen bin, habe ich sie mit mir selbst geregelt. Ich habe es nicht anders gelernt. Mich darüber auszutauschen, was mich belastet, liegt mir einfach nicht, ich möchte in diesem Bereich lieber mit mir allein sein, denn die Lösung lag immer in mir, ich weiß, dass ich sie dort finden kann, egal was passiert. Und so habe ich bisher alle Ziele erreicht. Ich habe mein Abi nachgeholt, studiert und jetzt meinen Master in der Tasche. Mit der für mich unglaublichen Leistung einer 1,0 in der Masterarbeit – wenn man das hier mal sagen darf. Ich saß an dem Tag des Ergebnisses vor meinem Notenspiegel und hab geweint wie ein kleines Kind. Weil ich so unendlich glücklich war. Über mich selbst, darüber, dass ich alles schaffen kann. Ich hatte lange mit Selbstzweifeln zu kämpfen, obwohl mein Ich immer mit wehenden Fahnen vor mir stand und mich angeschrien hat, dass es dafür keinen Grund gibt. Denn ich mache mein Ding – und wurde dabei nie enttäuscht. Was will ich Dir also damit sagen? Dir den Plan zum Egoistisch-Sein präsentieren und Dir zeigen, wie Du Dich von anderen abkapselst? Nein, gerade nicht. Ich will nur zeigen, dass es auch in Ordnung sein kann, nicht mit Problemen hausieren zu gehen, sondern sie mit Dir selbst auszumachen. Du bist Dein bester Freund und egal wer Dich in Deinem Leben verlässt, wer Dir immer bleiben wird, bist Du selbst. Der, auf den Du Dich ohne Einschränkungen, zu jeder Tag- und Nachtzeit verlassen kannst, bist Du selbst. Probleme müssen nicht Thema Deiner Umwelt sein, wenn das für Dich keine Option ist, die Dir hilft. Und das ist okay so, egal, was Dir andere erzählen. Wenn es Dir gut tut, Dich darüber auszutauschen, dann mach das, wenn nicht, ist das aber genau so okay. Ich fahre mit dieser Haltung leider immer wieder gegen die Wand, weil Menschen einfach anders denken. Weil sie meinen, man müsste doch über das, was einen belastet reden. Und viele sehen es, im schlimmsten Fall, auch noch als Vertrauensbruch, wenn man sich ihnen nicht anvertraut. Der einzige Vertrauensbruch, der darin steckt, ist, diese Facette Deiner Persönlichkeit nicht zu akzeptieren, weil sie eben nicht ins Schema unserer Problem-Gesellschaft passt. Dieser Gesellschaft, in der die Menschen nur einen Anlass sehen, total überstürzt ihre Lieben anzurufen, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat. Oder es mal wieder Stress mit dem Partner, der Uni, dem Arbeitgeber gibt. Nein liebe Leute, das ist nicht mein Weg. Ich durfte diese Woche im Zusammenhang mit einem Auftrag die Palliativstation besuchen. So schön und positiv dieser Besuch auch war, hat er mir gezeigt, dass Probleme zu bereden, für mich zu viel wertvolle Zeit verschwendet. Ich möchte das nicht und ich werde mir auch nicht einreden lassen, dass das nicht richtig ist. Es gibt Probleme genug, die nicht mich selbst, sondern die Umwelt, die Tiere oder den Naturschutz betreffen. Das sind die Probleme, mit denen ich mich beschäftigen will, denn davon ist die Zukunft abhängig. Wenn ich mich davon erhole, will ich mich über Positives austauschen dürfen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich mit dieser Einstellung meinen Platz finde. Denn ich weiß, ich kann mich auf mich verlassen. So, wie ich das schon immer konnte. Kommst Du mit? 😉

Mit zuversichtlichen Grüßen

Deine Elisa

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