Schnurrende Gefährten

by Elisa
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Es ist ein so schönes Gefühl, eine Muschi zu haben. Sie bereichert Deinen Tag, es ist toll, sie zu streicheln und wenn sie mal schnurrt, überkommt Dich ein wohliges Gefühl. Planst Du, eine bei Dir aufzunehmen, musst Du aber unbedingt einiges beachten. Darum soll es in diesem Blogpost gehen. Aber Du erfährst auch, wie ungemein sie Dein Leben bereichern kann, wenn Du sie richtig behandelst.

1. Die Muschi in ihrem Umfeld

Damit sich die Natur und die kleinen haarigen Gesellen nicht im Wege stehen, muss vorgesorgt werden. Vor allem, wer gut zu Vögeln sein will, muss die Mietze ein bisschen in Zaum halten. Zum einen wäre es ratsam, sie während der Hauptbrutzeit, also zwischen April und Juni drinnen zu lassen – oder zumindest morgens und abends, wenn der Vogelnachwuchs Flugunterricht hat, den Ausgang einzuschränken. Du rollst mit den Augen? Ich weiß, das kann sich manchmal schwieriger gestalten, als gedacht und so eine Muschi schnell ungemütlich werden. Sie will raus und frische Luft schnappen und nicht ständig im engen Raum eingesperrt sein. Ihr Freiheitstrieb lässt sie nicht still sitzen. Sie will unabhängig sein und die Welt selbstbestimmt entdecken ohne darauf zu hören, was jemand anderes ihr aufzwängen will – denn Muschis gehören nunmal sich selbst und niemand anderem!

Eine Muschi durchstreift ihr Revier
© Elisa Hanusch

Sollten sie sich also nicht bändigen lassen, kann man zumindest Maßnahmen in ihrer Umgebung treffen, um den Vögeln und ihrem Nachwuchs trotzdem ein sichereres Umfeld zu schaffen. Es gibt die Möglichkeit, einen sogenannten „Katzenabwehrgürtel“ an den mit Vogelnestern oder Vogelnisthilfen bestückten Bäumen aufzuhängen. Die verhindern das Hochklettern der Miezen am Stamm und so das Ausräumen der Vogelnester. Außerdem kann man, wenn man die Möglichkeiten hat, die Häuser auch einfach so platzieren, dass sie auch für andere Fressfeinde nicht erreichbar sind. Wenn Vögel in Hecken und Büschen brüten, platziere einfach eine sogenannte „Verpiss-Dich-Pflanze“ oder Kaffeesatz direkt daneben, denn das mögen Muschis überhaupt nicht. Ansonsten empfiehlt es sich, zu Hause genug mit ihr zu spielen, dann ist ihr Jagdtrieb weniger ausgeprägt und sie lässt die Vögel eher in Ruhe.

2. Arten von Muschis und Heimatlose

Mal abgesehen von dem Schutz der Vögel kann man auch für die Miezen selbst Gutes tun. Viele besorgen sich solche, die nach gewissen Kriterien gezüchtet wurden. Die Länge des Fells, die Farbe, der Charakter und das Aussehen spielt dabei eine wichtige Rolle und ist für den neuen Besitzer essentiell. Dabei stellt sich mir die Frage: Wer bestimmt eigentlich, was Schönheit ist? Wer hat jemals festgelegt, dass Muschis in dieser oder jener Weise beschaffen sein müssen und das bishin zum Aussehen ihres Fells? Besonders, wenn diese Vorlieben zum Leid der Miezen werden, ist es wirklich genug. Überzüchtungen mit krankhaften Folgen wie verkürzten Gliedmaßen, Verformungen am Schädel und Taubheit oder aber die vollkommene Haarlosigkeit sind nur einige der zahllosen Beispiele. Du möchtest aber trotzdem eine Rassekatze zu Hause aufnehmen, weil Du eben eine ganz besondere Vorstellung hast? Dann schau doch mal im Tierheim vorbei, dort gibt es genügend neue Familienmitglieder, die dringend darauf warten, dass ihnen jemand sein Herz schenkt. Und vielleicht bringt Dich ja der Besuch dazu, es doch einer zu schenken, die Du wegen ihres besonderen Charakters und nicht wegen ihres Aussehens liebst. Die beste Devise, um den Muschis keinen Schaden zuzfügen, ist wohl, sich nicht nach den eigenen Bedürfnissen zu richten, sondern zu fragen, was für die Miezen am besten ist, dann kannst Du eigentlich nichts falsch machen. Wenn Du dann endlich eine in Deinem Zuhause begrüßen darfst, solltest Du auch hier auf einiges achten.

3. Die Bedürfnisse von Muschis

Auch im Zusammenleben sind Menschen oft versucht, ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen, ohne auf die der anderen zu achten. Aber gerade Muschis haben viele Bedürfnisse. Diese findet man nicht heraus, wenn man Google befragt oder sich irgendwelche fragwürdigen Filmchen ansieht, die ausdrücken wollen, sie wüssten wie es geht, wie man Muschis richtig behandelt und was ihnen gefällt. Diese Art der Aufklärung ist Nonsense. Denn alle Muschis sind individuell verschieden, sie haben ihre eigenen Vorlieben und Bedürfnisse. Wie Du die herausfinden kannst? Ganz einfach – mit viel Einfühlungsvermögen, Zärtlichkeit und Geduld. Halte die Augen offen und beobachte, wie sie sich verhält und Du wirst schnell merken, welchen Typ Du da vor Dir hast. Und wenn sie mal nicht gestreichelt werden will, muss das okay sein! Miezis sind eben nicht nur zum Kuscheln da – aber deshalb nicht weniger liebenswert.

Auch Muschis sind mal müde und wollen ihre Ruhe
© Elisa Hanusch

Was hinter dieser Idee des Beobachtens und Erkennens von Bedürfnissen steckt, ist auch eine persönliche Erfahrung von mir. Wenn ich eines während meinem ehrenamtlichen Einsatz für Tierrechte im Allgäu gelernt habe, dann ist es, Tiere anders wahrzunehmen, als es uns die „Norm“ oder die Gewohnheit gelernt hat. Nämlich als GLEICHWERTIGE Lebewesen, die individuell und nicht nur nach ihrer Art verschieden sind. Wenn man sie nicht mehr aus einer völlig anthropozentrischen Perspektive wahrnimmt, kann man plötzlich ganz neue Facetten an ihnen entdecken, man lernt eine neue Art der Kommunikation kennen und man kann sich mit ihnen verbinden. Dadurch wird es möglich, ein GEMEINSAMES Leben zu schaffen, ein UNS, das nicht mehr nach der Spezies fragt.

Frag also nicht nach den Unterschieden, sondern schätze die Bereicherung, die Dir geschenkt wird. <3

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