Eine Frage der Größe…

by Elisa
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…nein, heute einmal nicht bezogen auf das, was Du denkst. Heute stellt sich die Frage ausnahmsweise nach der Größe der Löcher. Und ihre Tiefe, auch die hat eine gewisse Relevanz. Ist es zu groß, will sich das wohlig warme Gefühl einfach nicht einstellen. Ist es zu klein, könnte es, vor allem beim wieder raus Kommen, schwierig werden. Bohrt man so tief, dass man an der anderen Seite heraus kommt, könnte das die Nachkommen gefährden. All das musst Du beachten wenn Du den kleinen, durch die Luft vibrierenden Wildbienen ein Zuhause schaffen willst. Genau so prickelnd spannend wie das Beziehen der passenden Löcher ist dabei aber auch die Vorbereitung. Es muss gebohrt, gedrückt, gesaugt und geklopft werden bevor Du dich entspannt zurücklehnen und den vibrierenden Geräuschen lauschen kannst. Dabei steht unser Vorhaben ganz unter der Devise: Mach’s Dir selbst, weil es so schön ist und Du bestimmen kannst, wie es Dir am Ende am besten gefällt. Und keine Panik aufkommen lassen, ich zeige Dir, wie’s geht, ganz langsam und Schritt für Schritt.  (Nicht, dass Du vor lauter Löchern noch den Überblick verlierst).

1. Das passende Holz

Das allererste, das Du tun musst, ist, das richtige Holz zu finden, in das Du anschließend Deine Löcher bohrst. Es kann unterschiedlich beschaffen sein, wichtig ist aber, dass es unbehandelt oder so lange gelagert ist, dass es keine ungesunden Stoffe mehr enthält. Sonst hätte der ganze Spaß schnell ein Loch, schließlich sollen beim Reinschlüpfen ja keine gemeinen Krankheiten übertragen werden.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Wenn Du genügend Holz zusammengesammelt hast, musst Du es in die richtige Größe bringen, die Technik ist dabei Dir selbst überlassen. Der gröbere Typ nimmt vielleicht die Axt zur Hand, der sanftere schafft es auch mit dem gleichmäßigen Hin und Her einer gewöhnlichen Holzsäge. Am Ende kommt es auf die Größe an, alle Stücke müssen gleich lang sein. Die genaue Länge bestimmt der Rahmen, in den Du sie anschließend einsetzen willst. Ich hab dafür eine ausgediente Holzkiste genommen, Du kannst Dir aber auch selbst einen in der gewünschten Größe bauen. Je nach Deinen Einpassungsfähigkeiten kann dieses Vorspiel mehr oder weniger lang dauern. Ist alles so, wie Du es Dir vorgestellt hast, kann es endlich an das lang ersehnte Löcherbohren gehen.

2. Das passende Loch

Auf an die Geräte! Halte den Bohrer sicher in der Hand und schon kann’s losgehen. Alles, worauf Du achten musst, ist, dass Du ihn immer langsam in die Holzschichten gleiten lässt, damit Du nichts beschädigst und außerdem nicht aus Versehen zu tief bohrst. Die Löcher müssen unbedingt am Ende geschlossen bleiben, damit keine Feuchtigkeit eindringen und die spätere Wildbienenbrut gefährden kann!

Gefühl ist also angesagt, statt unkontrolliertes Vorstoßen in die weiche Hirnholzschicht. Lass Dir lieber mehr Zeit, als weniger, das spart Kraft. Und in unserem Fall ist es auch nicht verboten, mal die Mädels an den Bohrer zu lassen, die ganz nebenbei noch gut dabei aussehen. Die Größe der Löcher richtet sich danach, wer anschließend einziehen soll. Größere Bienen brauchen größere Löcher. Ich hab für mein Hotel 5er, 6er und 8er Bohrer benutzt. Die Anzahl der Löcher bleibt dabei wieder ganz Deinen Vorlieben überlassen. Ich hab jeden Winkel ausgenutzt und so viele gebohrt, wie das Holz Platz geboten hat. Nach getaner Arbeit ist es Zeit, das Werk zu begutachten. Alles okay? Perfekt. Dann darfst Du jetzt mit dem Saugen beginnen. Jedes Loch muss ausgesaugt und dadurch von den Bohrrückständen befreit werden. Ich hab dafür das Saugrohr ohne Aufsatz angesetzt und es langsam über jedes einzelne Loch bewegt.

Das Ergebnis lässt sich sehen:

© Elisa Hanusch

© Elisa Hanusch

3. Das Nachspiel

Feucht ist gut, aber wie wir alle wissen ist zu viel des Guten auch nicht unbedingt vorteilhaft. Darum ist es jetzt noch wichtig, ein Dach auf das fertige Hotel zu montieren, damit es später nicht direkt in die Löcher regnen kann. Ein altes, in die richtige Länge geschnittenes Brett tut hier beste Dienste. Abschließend noch ein Lochband an der Rückseite befestigt und schon kann’s ans Aufhängen gehen. Damit es in den Löchern richtig heiß hergehen und sich die benötigte wohlige Wärme einstellen kann, empfiehlt es sich, das Hotel an der Südseite zu platzieren. Die Sonne heizt dann so richtig ein und hält auch die Feuchtigkeit immer auf dem richtigen Level. Es sieht so aus, als hätten wir alles richtig gemacht. Kaum sind die Löcher an der richtigen Stelle platziert, melden sich schon die ersten Interessenten. Neugierig umschwärmen sie das Objekt der Begierde, bevor es ans Austesten der passenden Größe geht. Manche müssen verschiedene Löcher versuchen, bevor sie in einem verweilen, andere finden schon beim ersten Anflug das genau richtige. Aber bei der Vielfalt der Löcher ist dann doch für jeden was dabei und nach ausgiebigem Testen des Angebots hat jeder Topf sein Deckelchen gefunden. Jetzt kannst Du Dich entspannt zurücklehnen, den vibrierenden Schwingungen lauschen und vom Löcherbohren träumen.

© Elisa Hanusch

Oder vielleicht probierst Du die ein oder andere Technik mal anderweitig aus? Ich freue mich, wenn Du mir Deine Erfahrungen in den Kommentaren mitteilst! 😉

Deine Elisa

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