Gut zu Vögeln

by Elisa
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Bist Du gut zu Vögeln? Eigentlich ist es nicht schwer, aber man muss dann doch einiges wissen, um keinen Fehler zu machen. Es spielt vieles zusammen und die verschiedenen Parameter müssen aufeinander abgestimmt werden, damit am Ende auch alle davon profitieren und Du von Dir sagen kannst:

Ja, ich bin eindeutig gut zu Vögeln.

Als allererstes solltest Du Dir bewusst sein, welche Art Du anlocken willst. Das entscheidet nämlich sowohl über die Lochgröße, als auch über die Gestaltung der Umgebung.  Es gibt Arten, die trockene Stellen brauchen, in denen sie sich gerne wälzen, um ein Staubbad zu nehmen und andere, die feuchte Stellen lieben, aus denen sie schlürfen können und die außerdem Insekten anlocken, die sie für ihre Nachkommen brauchen. Schwalben zum Beispiel nutzen außerdem die lehmig aufgeweichte Schicht um die Pfützen herum, um von dort Baumaterial für ihre Schwalbennester aufzunehmen. Doch eins nach dem anderen.

1. Immer diese Frage nach den Löchern

Ja ich weiß, die Frage hat sich schon einmal bezogen auf die Bienen gestellt und vielleicht geht sie Dir langsam auf die Nerven. Aber wie sehr muss Dir dann erst die ewige Frage nach der Länge auf die Nerven gehen!? Ist es nicht schön, auch mal nach dem weiblichen Pendant zu fragen? Ist es nicht auch mal Zeit, Frauen in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen? Es gibt so viele unterschiedliche Varianten und Schönheiten da unten, dass es doch schade wäre, nicht auch über sie zu sprechen!

Also: Lights on und Bühne frei für all die wunderbaren Löcher da draußen! Ein Hoch auf euch, schön dass es euch gibt, denn all die Gespräche über die richtige Länge gäbe es ohne euch nicht, sie wäre ohne euch vollkommen irrelevant und langweilig – einfach nur zum Gähnen.

Aber im Prinzip ist letztere Diskussion auch so zum Einschlafen. Wissen wir doch alle, dass es darauf nicht ankommt. Wer die richtige Technik hat, braucht auf die Länge nicht zu achten. Die Löcher genau zu kennen und zu studieren, um diese Technik zu erforschen, ist dabei unumgänglich. Denn jedes Loch hat seine ganz eigenen Bedürfnisse und möchte mit der notwendigen Sorgsamkeit und Zärtlichkeit behandelt werden. Und damit gewährleistest Du, dass am Ende auch der Richtige ins Loch schlüpft.

Wenn Du also festgestellt hast, welche Arten sich in Deiner Umgebung befinden, kannst Du entweder in den Baumarkt fahren und das für Deine Art passende Nest mit der richtigen Lochgröße kaufen. Oder Du machst es Dir mal wieder selbst und erkennst endlich, wie geil es sein kann, sich nicht alles immer nur fertig zu kaufen. Das Bohren, Hämmern und Schrauben macht richtig Spaß und Du entdeckst vielleicht kreative Seiten an Dir, die Dir vorher ganz und gar unbekannt waren. Wenn Du also selbst Hand anlegen willst, gibt es viele Anleitungen, wie Du alles richtig machst. Klick einfach auf eine der folgenden Graphiken, um Dir die jeweilige PDF-Anleitung des LBV runterzuladen.


Halbhöhlenkasten


Höhlenbrüterkasten

Wie Du sehen kannst, sehen die Brutkästen je nach Vogelart total unterschiedlich aus. Die Lochgröße ist vor allem beim ersten und dritten Kasten relevant. Allein der Durchmesser bestimmt, welcher Vogel später einzieht. Vögel sind gekonnte Lochgrößenanalysten und scheinen schon beim Anflug zu sehen, ob sie da durchpassen oder nicht. So steuern viele instinktiv das richtige an. Aber manche irren sich dann doch ein wenig und versuchen, sich mit größter Anstrengung hineinzuzwengen. Leider ohne Erfolg, denn das Holz, aus dem die Löcher geschnitzt sind, ist unbarmherzig und lässt nur denjenigen durch, der wirklich dazugehört. Aber gut so, denn würde jeder in jedes ihm beliebige Loch passen, würde wohl ein ganz schönes Durcheinander entstehen.

2. Das Drum-Herum

Wenn Du die Kästen an der richtigen Stelle aufgehängt hast, kann’s an die Gestaltung der Umgebung gehen. Haus- und Feldsperlinge zum Beispiel lieben ein kleines Eckchen mit sandigem Untergrund, in dem sie sich wälzen können, um sich von Parasiten zu befreien. Eine Vogeltränke in der Nähe der Kästen aufgestellt und regelmäßig befüllt, bringt allen Vögeln etwas. Besonders mögen sie es, wenn man die Möglichkeit hat, eine Pfütze anzulegen, in die sie an besonders heißen Tagen auch mal eintauchen und sich abkühlen können. Und Schwalben fangen im Flug die Insekten ein, die sich darüber versammeln. Ein ziemlich süßes Schauspiel, das sich lohnt. Und damit auch immer genügend Insekten da sind, wo man sie braucht, ist eine Fläche mit Blühpflanzen empfehlenswert. Die helfen außerdem auch solchen Vögeln, die auf Samen stehen, die sie sich aus Deinem Garten holen können. Welche Pflanzen besonders geeignet sind, kannst Du hier nachlesen:

NABU – So machst Du Deinen Garten vögel – ähhhhh… vogelfreundlich

Wenn Du Dich jetzt erschlagen von so viel Vorspiel fühlst, bevor es überhaupt mal zu Deinem Gut-zu-Vögeln-Status gekommen ist: Keine Sorge – was ich Dir beschrieben hab, ist ja nur das Non-Plus-Ultra, das ultimative Vögel-Paradies, die Grundlage für die grandioseste Peep-Show überhaupt. Man kann ja auch klein anfangen, sich langsam vortasten und beobachten, wie sich das anfühlt. Wenn man sich dann irgendwann denkt: Okay, jetzt bin ich so weit, dann tu den nächsten Schritt und Du wirst sehen, so können alle nachhaltig davon profitieren und ihren Spaß haben. Fang zum Beispiel mit ein oder zwei Löchern an, je nachdem, wieviel Platz Deine Umgebung hergibt, ein bisschen Feuchtigkeit dazu und schon ist der Anfang gemacht. Schau, wie Dein Angebot angenommen wird und entscheide dann, wie Du weiter vorgehst. Vielleicht sind auch manche Vögel anspruchsvoller und Du musst doch noch ein wenig mehr anbieten, zum Beispiel eine Hand voll geeigneten Samen. Aber dann sollte ihrer Ankunft wirklich nichts mehr im Wege stehen. Du kannst Dich zurücklehnen und Dein vollendetes Werk betrachten, Dich an dem Gezwitscher erfreuen.

Also los, ran ans Werkzeug! Be sexy – Sei gut zu Vögeln! Nature needs you!

Deine Elisa

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