Gelassene Adventszeit – 4 kreative Ideen

by Elisa
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Jetzt ist sie wieder zum Greifen nah – die „stade Zeit“, die besinnlichen Stunden, die Gemütlichkeit der Adventszeit. Oft scheinen mir diese Erwartungen an die Wochen vor Weihnachten eher ausgelutschte Gedanken zu sein, statt wirklich gelebte Werte. Was schade ist – denn es tut bestimmt niemandem schlecht, zur Ruhe zu kommen, der Welt ein bisschen Lärm zu nehmen, sich auf das wirklich Wichtige zu besinnen. Zu diesem Prozess gehört für mich auch, den Konsumwahn, der mit dem eigentlichen „Fest der Liebe“ verbunden ist, zu hinterfragen. Nur einer der Widersprüche dieser besonderen Jahreszeit. Auch habe ich nie verstanden, warum man eine Feier, die sich so nennt, mit dem Verzehr getöteter Tiere besiegelt. Auf der Suche nach einem Weg, wie ich dieses Jahr einen wirklich besinnlichen Advent verbringen kann und zum Trotz des ganzen Corona-Chaos vor der Haustür, habe ich, wie so oft in Krisensituationen, meine fast unzähligen Bastelutensilien rausgekramt, es mir damit gemütlich gemacht und dabei viel gelernt. Vier meiner liebsten Beschäftigungen dieser Tage und was sie für mich bedeuten, möchte ich Dir nun vorstellen. Alle sind ganz nebenbei tolle und vor allem persönliche Geschenkideen zu Weihnachten. Vielleicht hast Du Lust, mitzumachen.

Plätzchen backen – zum Fest der Liebe tierleidfrei

Wie schon geschrieben verstehe ich die Diskrepanz zwischen dem Fest der Liebe und dem zu diesem Anlass verzehrten Essen nicht. Ich möchte zu Weihnachten – genau so wie das ganze Jahr über – nicht für das Leid von Tieren verantwortlich sein. Und einmal mehr hat sich durch diese Haltung gezeigt, dass es so einfach ist, diesen Vorsatz in die Realität umzusetzen. Da auch Plätzchenbacken (bis zu einem gewissen Grad) entspannend sein kann, versuchte ich mich dieses Jahr an veganen Zimtsternen. Statt Eiweiß, das klassischerweise für die Glasur zum Einsatz kommt, wird hier „Aquafaba“ aufgeschlagen. Das ist nichts anderes als das Wasser, in dem Kichererbsen aus der Dose oder dem Glas schwimmen. Einfach abgießen und die Flüssigkeit auffangen – sie lässt sich besser steifschlagen, als Eiweiß, ist gesünder, hat keine geschredderten Küken oder ausgelaugte Hennen zu verantworten und ist in steifem Zustand absolut geschmacksneutral. Auf dem Bild erkennst Du bestimmt, dass die vegane Glasur dem Klassiker wirklich in nichts nachsteht. Mein Tipp: einfach mal versuchen – wer es nicht probiert hat, verpasst etwas. Gib veganen Zimtsternen eine Chance – Du wirst es nicht bereuen – versprochen!

Wenn Du Dich als vegane*r Weihnachtsbäcker*in ausprobieren möchtest, kann ich Dir das Rezept von Anja sehr ans Herz legen. Die Zimtsterne auf dem Foto habe ich nach ihrer Anleitung gebacken.

© Elisa Hanusch

Fenstersterne falten – jeden Tag eine kleine Freude

Immer, wenn mich meine Gedanken versuchen zu überrollen, hilft es mir, meine Konzentration auf kreative Tätigkeiten zu lenken. Dabei kann es passieren, dass die Suche nach neuen Möglichkeiten hierzu und mein Bedürfnis nach möglichst großer Abwechslung völlig ausartet. Oft finde ich mich am Ende in einer Wohnung wieder, die auf allen verfügbaren Tischen und Ablageflächen Unmengen an aufgehäuftem Bastelmaterial präsentiert. Aber so bin ich eben und ich wehre mich gegen dieses Bedürfnis nicht. Dieses Jahr endete die Suche bei einer mir lieben Beschäftigung, deren Ursprung fast 15 Jahre her ist: Fenstersterne. Damals hatte ich ein Buch, das wochenlang auf meinem Schreibtisch lag, während ich jede einzelne Anleitung mit viel Geduld nachgebastelt habe. Warum mir die zauberhaften Faltarbeiten gerade dieses Jahr wieder einfielen, weiß ich nicht. Jedenfalls liegt jetzt ein neues, anspruchsvolleres Buch aufgeklappt und zusammen mit vielen Bögen Seidenpapier auf meinem Esszimmertisch. Ich glaube nicht, dass ich genügend Fenster habe, die den nötigen Platz für meine wilden Faltorgien bieten. Aber das macht nichts. Die wunderschönen Sterne sind nämlich ideale Geschenke zur Adventszeit, über die sich bestimmt jede*r freut. Ich jedenfalls liebe es, morgens aufzustehen und beim immer heller werdenden Tag zu beobachten, wie sich ihre Muster nach und nach deutlicher abzeichnen.

© Elisa Hanusch

Sticken – Stich für Stich zu mehr Gelassenheit

Eine Feministin mit Stickrahmen – geht das? Oder ist es verwerflich, gegen alte, verstaubte Strukturen zu kämpfen und gleichzeitig die Nadel zu schwingen, die über so lange Zeit hinweg den Alltag eben jener Frauen bestimmte, die versucht haben, sich damit die von patriarchalen Strukturen bestimmte Zeit und Langeweile zu vertreiben? Ich denke nicht. Genau so, wie ich nicht denke, dass eine Feministin kein Kleid tragen oder sich nicht rasieren darf. Frauen dürfen alles tun, was sie glücklich macht und jegliche Kleidung tragen, in der sie sich wohlfühlen. Jenseits von Zwang und einer Rolle, die ihnen von anderen aufgedrückt wird. Wichtig ist, die eigenen Handlungs- und Auftrittsweisen zu hinterfragen und sich bewusst zu positionieren, anstatt unreflektiert einem aufgedrückten Rollenbild zu folgen. Ich bin nicht wie diese Frauen früher, gezwungen zu sticken, um meinen Alltag wenigstens mit irgendeiner Beschäftigung auszufüllen, bis mein Mann nach Hause kommt und ich ihm zu Diensten sein muss. Ich sticke, weil es mir Spaß macht, es mich entspannt und weil es eine tolle Möglichkeit ist, kleine „Kunstwerke“ auf Stoff zu zaubern, langweilige Kleidung zu individualisieren oder persönliche Geschenke zu kreieren. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben, gerne auch mit durch und durch feministischen Motiven.

© Elisa Hanusch

Freundschaftsbänder knüpfen – eine Verbindung besiegeln

Ich glaube, es war eine Story von einfachinka – der Blick auf diese bunt gemischten Fäden und das zufriedene Lächeln einer ihrer Freundinnen, die das fertige, von Inka geknüpfte Werk am Handgelenk trug, ließen unmittelbar meine Fingerspitzen prickeln. Kurze Zeit später war ich stolze Besitzerin von rund 30 Knäuel Schachenmayer Baumwolle und verbrachte Stunden auf Pinterest, wo ich sorgsam nach Fadenmenge geordnete Pinnwände mit Vorlagen füllte. Nachdem ich eine gewisse Übung bekommen hatte, nahm das Ganze solche Ausmaße an, dass ich die bunten Bänder nun sogar in meinem Etsy-Shop verkaufe. Es kommen im Laufe der Zeit immer wieder neue dazu, Vorbeischauen lohnt sich also. Darüber hinaus finde ich den Ursprung dieses Schmucks einfach zauberhaft. Die Tradition handgeknüpfter Freundschaftsbänder ist tief mit der Kultur indigener Völker Süd- und Zentralamerikas verbunden. Ursprünglich wurden sie Freund*innen ums Handgelenk gebunden, die sich in diesem Moment etwas wünschen durften. Sie trugen es dann so lange, bis das Band abfiel, wodurch sich der Wunsch erfüllen sollte.

© Elisa Hanusch

Es gibt bestimmt noch unzählige Möglichkeiten, die Adventszeit ruhig angehen zu lassen und dabei vielleicht sogar etwas Schönes zu produzieren oder anderen eine Freude zu machen. Wenn ihr Vorschläge oder Lieblingsbeschäftigungen habt, die ihr empfehlen könnt, würde ich mich über Kommentare freuen. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Adventszeit und ganz viel Liebe

Eure Elisa

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