10. TÜRCHEN – 10 000 Tränen

by Elisa
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Bei der Zahl 10 ist mir heute ein Lied in den Sinn gekommen, das mich schon lange begleitet. Wie ihr wisst, bin ich im Tierrecht aktiv – momentan durch die gegebenen Umstände leider nicht so, wie ich mir das wünschen würde. Als ich „10000 Tränen“ von Berge das erste Mal hörte, wusste ich, dass das die Hymne der Tierrechtsbewegung sein muss. Mir strömten die Tränen nur so übers Gesicht, als ich die so einfühlsamen Worte hörte, die all das ausdrückten, was mich im Inneren zerriss. 10 steht heute aber auch für die 10000 Tiere, die alle zwei Sekunden geschlachtet werden.

Tiere empfinden wie wir Freude, Liebe, Angst und Leiden, aber sie können das Wort nicht ergreifen. Es ist unsere Pflicht, als Stellvertreter zu wirken und denen, die sie ausnützen, niedermetzeln und foltern, zu widerstehen.

Denis de Rougemont

Tierrechte – Wissen tut weh

Denn das Wissen und die Auseinandersetzung mit dem Thema ist das, was mir wohl am meisten Schmerz bereitet. Und ich denke, gerade deshalb wollen so viele Menschen nichts davon wissen. Wollen nicht die hilfeschreienden, angstverzerrten Gesichter der Rinder sehen, die für das Steak auf dem Teller sterben müssen. Wollen nicht hören, wie Mütter verzweifelt nach ihren Kälbern schreien, deren Milch später im Ladenregal wartet. Wollen nicht erkennen, dass Küken geschreddert, Füchse lebendig gehäutet, Mäuse und Kaninchen mit Inhaltsstoffen von Kosmetika verätzt, Beagle mit Zigarettenrauch krank gemacht und Zirkustiere gefoltert werden. Ja, die Realität ist unangenehm. Aber für uns sehr viel weniger als für die, die sie ertragen müssen. Die für den Nutzen des Menschen ausgebeutet werden.

Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

Aldous Huxley

Empathie – der erste Schritt

Ich beschäftige mich nun seit vielen Jahren mit dem Thema. Stand mir vor Zirkussen und Schlachthäusern die Beine in dem Bauch. Musste mich beschimpfen, bedrohen und mir die Würde nehmen lassen. Aber ich habe es gerne getan. Denn ich sehe es als meine Pflicht, denen eine Stimme zu geben, die nicht für sich selbst sprechen können. Das war aber nicht immer so. Auch ich habe die Augen verschlossen und Fleisch gegessen. Und dabei nie mein Verhalten hinterfragt. Vor sieben Jahren und 252 Tagen fasste ich den Entschluss, das zu ändern. An diesem Tag begann mein veganer Lebensweg. Und ein empathievolleres Leben. Denn das ist der Stein im Getriebe der Ausbeutung: Empathie.

Nicht eine milde Form der Schlachtung, sondern ihre Beseitigung soll man anstreben. Je mehr man das Schlachten ‚human‘ zu gestalten sucht, desto mehr stärkt man die Sache der Metzgerei selbst. Ein wirklich konsequenter Standpunkt des Tierschutzes wird erst dann gewonnen sein, wenn die Menschheit sich entschlossen haben wird, das Töten und Essen der Tiere aufzugeben.“

Maximilian von Sachsen

Heute lade ich Dich dazu ein, empathisch zu sein. Den ersten Schritt in eine Richtung zu wagen, die – hinsichtlich all des Leides, das Tieren angetan wird – die einzig mögliche ist. Je mehr Wissen man sich darüber aneignet, umso deutlicher und umso unabwendbarer wird diese Erkenntnis. Doch keine Sorge: Ein Leben, das kein Tierleid verursacht, ist wundervoll. Es fühlt sich an, als hätte man endlich Frieden geschlossen. Der Blick in die Augen eines Tieres ist so viel ehrlicher als vorher. Erst, nachdem ich begonnen habe, vegan zu leben, erkannte ich darin diese tiefe Friedfertigkeit und diese unglaubliche Größe. Tiere sind die ehrlichsten Lebewesen dieses Planeten.

Es ist einfacher, Tiere zu lieben. Sie sind nie heimtückisch oder hinterhältig – mit Menschen habe ich nicht so tolle Erfahrungen gemacht.

Ingrid van Bergen

Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr.

Franz Kafka zu Fischen in einem Aquarium

Tierrechtsbewegung – mein Beitrag auf M 94.5

Der moderne Karnismus baut auf flächendeckender Gewalt auf. Dieses Ausmaß an Gewalt ist notwendig, um genug Tiere zu schlachten, damit die Fleischindustrie ihre derzeitigen Gewinnmargen halten kann. Der Karnismus ist derart gewalttätig, dass die meisten Menschen nicht bereit sind, Zeugen dieser Gewalt zu werden. Und wer es doch wird, für den kann es verstörende Folgen haben.

Melanie Joy

2017 durfte ich während meines Studiums eine Radiosendung zum Thema „Tierrechtsbewegung – Im Kampf für die Rechte von Tieren“ umsetzen, die ich passenderweise heute mit Dir teile. Ich denke, sie ist ganz gut gelungen und jede*r kann beim Zuhören etwas lernen. Und ganz nebenbei endet sie mit dem Song, mit dem dieser Beitrag begonnen hat. Ich pack‘ den Text drunter zum Mitsingen 😉

© afk M94.5

„Seitdem ihr wisst, dass wir schweigen
Und uns den Tatsachen beugen,
Betrachtet ihr uns als den einfachsten Weg
Euch etwas stärker zu fühl’n
Und die Natur zu regieren
In eurer engen und bescheidenen Welt.
Wir sehen euch zu, hilflos zu.

Hört endlich auf, weil wir sonst zu Grunde gehen,
Jeder Moment tut unendlich weh.
Und auch wenn die Welt 10.000 Tränen weint,
Es ist euch egal, ihr wollt’s nicht sehn und lasst es geschehen.

Aus unserem blutigem Schicksal
Baut ihr euch selbst noch ein Denkmal,
Das uns ganz langsam von der Erde verdrängt.
Und ihr tragt die Krone der Schöpfung,
Doch nur als Schmuck auf den Köpfen
Doch für das Leiden um euch rum seid ihr blind.
Wir sehen euch zu, hilflos zu.

Hört endlich auf, weil wir sonst zu Grunde gehen.
Jeder Moment tut unendlich weh.
Und auch wenn die Welt 10.000 Tränen weint,
Es ist euch egal, ihr wollt’s nicht sehn und lasst es geschehen.

Und ihr geht über Leichen,
Es fällt uns schwer eure Gewalt zu verstehen.
In eurer Hand ist es furchtbar kalt,
Wir haben Angst wenn Schüsse durch die Wälder schall’n.

Hört endlich auf, weil wir sonst zu Grunde gehen
Jeder Moment tut unendlich weh
Und auch wenn die Welt 10.000 Tränen weint
Es ist euch egal, ihr wollt’s nicht sehen und lasst es geschehen.“

© Berge

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